Die Chronik des Spielmannszug Bredstedt

Im Jahre 1924 fasste der Volksschullehrer Andresen den Entschluss, dass der Festumzug des Bredstedter Kinderfestes von einem Spielmannszug begleitet werden sollte.

Der Handwerkerverein, der Initiator des Kinderfestes ist, stellte daraufhin die für dieses Vorhaben benötigten Instrumente zur Verfügung und damit war der "Spielmannszug des Bredstedter Handwerkervereins von 1859 e.V." geboren. Ca. 3 Monate vor dem Kinderfest wurden dann einige Märsche für den ersten großen Auftritt einstudiert.

Bis zum Jahre 1940 bestand der Spielmannszug auf diese Weise fort und wurde ein fester Bestandteil des Bredstedter Kinderfestes. In den Jahren des zweiten Weltkrieges fand in Bredstedt kein Kinderfest statt und auch der Spielmannszug stellte seine Aktivitäten ein.

Erst im Jahre 1948 wurde der Spielmannszug zu neuem Leben erweckt und der Spielbetrieb wurde wieder aufgenommen.
Bis 1968 waren dann Heinrich Gilde, Manfred Radünz und Peter Momme Andresen als Betreuer tätig. Die Stabführung in diesen 20 Jahren lag u.a. bei Johann August Schulz, Horst Hansen und Gerd Jansa, die bei der Ausbildung der Spielleute immer wieder von Hermann Hus und Uwe Ney vom Spielmannszug Husum sowie Friedrich Hollmer vom Rödemisser Spielmannszug unterstützt wurden.

1968 übernahm Siegfried Boysen die Betreuung des Spielmannszuges für etwa zehn Jahre. Unter seiner Leitung erhielten die Spielleute 1972 ihre ersten rot-weißen Uniformen und wurden durch Auftritte außerhalb Bredstedts sowie der erstmaligen Teilnahme an Musikfesten auch über die Grenzen Bredstedts hinaus bekannt.
Viele Fahrten ins In- und Ausland gehörten von nun an zum ständigen Programm, das neben der Musik natürlich auch eine Menge anderer Aktivitäten bereithielt.

1973 legte man die Stabführung in die Hände von Michael Klotzke, der ein paar Jahre später dann auch den ersten Vorsitz übernahm. Mit Michael Klotzke zog etwas später dann auch der Fortschritt bei den Musikern ein: Das alte Zahlensystem, nach dem die Flöten spielten, wurde abgeschafft und man spielte fortan nach Noten. Und auch die Trommler, die bis Dato nur nach Gehör gespielt hatten, mussten sich anpassen und erlernten ebenfalls das Spiel nach Noten. Die Anschaffung von Notenständern ließ daraufhin natürlich auch nicht mehr lange auf sich warten und so wurden die ersten Konzertstücke einstudiert.

Als dann ab 1988 die ersten Fortbildungslehrgänge absolviert wurden machte man auf einem dieser Lehrgänge die Bekanntschaft mit Wilhelm Bergstein aus Nordrhein-Westphalen.
Dieser berichtete von seinen Erfahrungen mit dem Einsatz von Klappenflöten statt den herkömmlichen Alt- und Tenorflöten und Michael Klotzke fasste kurzerhand den Entschluss: Das müssen wir auch haben.

Gesagt, getan, 1989 mussten die Alt- und Tenorflöten weichen und es wurden die ersten sechs Konzertflöten gekauft. Zusätzlich wurden die in Ces gestimmten Sopranflöten ausgemustert und gegen die schöner klingenden B-Sopranflöten ausgetauscht.
Im gleichen Jahr noch bekamen die Musiker die lang ersehnten neuen Uniformjacken, die die alten Westen ablösten, und so präsentierte sich der Spielmannszug Bredstedt im neuen Outfit als erster Spielmannszug Schleswig-Holsteins, der mit Klappenflöten arbeitete.

Bereits im darauffolgendem Jahr also 1990 holte man sich Wilhelm Bergstein und den Niederländer Jo Jannsen zur Hilfe, die auf dem Gebiet der Klappenflöten sehr viel mehr Erfahrung hatten und bei der Ausbildung helfen sollten.
Später brachte Jo erstmals seinen Sohn Pascal, der ein professioneller Flötist und Ausbilder ist, mit nach Bredstedt. Fortan kamen Jo und Pascal regelmäßig nach Bredstedt.
Zweimal jährlich wurden (und werden auch immer noch) Übungswochenenden veranstaltet, bei denen neue Stücke einstudiert wurden oder die Musiker auf ein bevorstehendes Musikfest vorbereitet wurden.

Das Repertoire der Bredstedter wurde komplett umgestellt auf überwiegend Originalkompositionen, d.h. Musikstücken die extra für Spielmannszüge geschrieben wurden und auf deren Instrumente abgestimmt sind. Zur Erweiterung der Klangfarben wurde auch noch ein Marsch-Marimbaphon angeschafft.

Im Jahre 1993 dann gab Michael Klotzke das Amt des Musikalischen Leiters an Marc Johannsen weiter, behielt aber weiterhin den ersten Vorsitz. Durch die gute, permanente und fundamentierte Ausbildung erreichte der Bredstedter Spielmannszug Ober- bis Höchststufenniveau und erzielte auch schon bald die ersten großen Erfolge auf Bundes- und Landesmusikfesten in ganz Deutschland.

Seit 1996 wird außerdem jährlich zur Weihnachtszeit ein Kirchenkonzert veranstaltet, in dem die Flötisten ausschließlich klassische Musik bzw. Kammermusik vortragen.

Ende 1996/Anfang 1997 wurden die Spielmannsflöten dann endgültig beiseite gelegt und es wurden Piccoloflöten angeschafft, um die Umstellung auf Klappenflöten zu komplettieren. 1998 wurde dann noch ein über vier Oktaven umfassendes Konzert-Marimbaphon angeschafft, um besonders den tiefen Klangbereich reichhaltiger zu gestalten. 2010 erweiterten wir unser Schlagwerk mit 2 Kessel-Pauken.
Heute steht den ca. 45 Musikern ein umfangreiches Instrumentarium zur Verfügung, mit dem sie demonstrieren, dass Spielmannszüge nicht mehr nur lärmende Begleiterscheinungen irgendwelcher Umzüge sind, sondern durchaus in der Lage sind ernstzunehmende Originalmusik sowohl im Konzert als auch auf der Straße vorzutragen.

Den ersten Vorsitz hat nunmehr seit über 40 Jahren Michael Klotzke. Die Stabführung teilen sich Kira Petersen, Lara Christiansen und Svenja Carstensen. Von 2001 bis Mai 2007 lag die musikalische Leitung, wie auch das Dirigat, in den Händen von Frank Rolff. Im Juni 2007 hat Janine Bonn diesen Posten übernommen. Von 2012 - 2014 hatte Sina Paulsen die musikalische Leitung und das Dirigat inne. Seit 2015 ist Anna Puschmann die musikalische Leiterin und das Dirigat liegt bei Thore Klein.

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