„Youngsters" schlugen sich wacker

Quelle: Husumer Nachrichten v. 13.07.10
Bredstedter Spielleute waren bei den Deutschen Meisterschaften in Rastede die Jüngsten/ Dennoch siebten Platz geholt
BREDSTEDT In Deutschland gibt es mehr als 3000 Spielmannszüge. Sie sind fast alle in einem Verband organisiert. Davon gibt es etliche im Land, die auch alle eigene „Deutsche Meisterschaften" ausspielen. Das führt manchmal zur Verwirrung bei Nicht-Insidern, weiß der Vorsitzende des Spielmannszuges des Bredstedter Handwerkervereins, Michael Klotzke, aus langjähriger Erfahrung.
Etliche der Verbände hätten immer mehr an Anerkennung verloren, berichtet er, da teilweise mit weniger als zehn teilnehmenden Vereinen in fünf oder sechs Wertungsklassen (Konzertklasse, Marschklasse, Showklasse usw.) der Deutsche Meister ausgespielt wurde. Da fast alle Verbände auch der BDMV (Bundesvereinigung deutscher Musikverbände) angeschlossen sind, wurde 2007 in Würzburg die erste offizielle Meisterschaft aller Spielmannszüge veranstaltet. Schon hier habe ein Verein in der Konzertklasse nicht einfach teilnehmen können, so Klotzke, sondern er musste sich vorher auf Landesebene qualifizieren. Damals nahmen 15 Spielmannszüge teil, und die Bredstedter holten die deutsche Vizemeisterschaft. In diesem Jahr gab es die zweite Auflage dieser offiziellen Meisterschaft. Auch für diese Teilnahme mussten sich die Vereine vorher auf Landesebene in der Konzertklasse qualifizieren. Nach dem Schwierigkeitsgrad der Musikstücke konnte man dann in der ersten oder zweiten Liga starten - eine Neuerung bei dieser Meisterschaft. Fast 50 Spielmannszüge qualifizierten sich auf Landesebene. Davon gingen dann 26 in Rastede an den Start, zwölf in Liga 2 und 14 in Liga 1.
„Dass es sehr schwer sein würde, wieder ganz vorne mit dabei zu sein, war allen klar", berichtet Klotzke, zumal sich die Bredstedter für die erste Liga qualifiziert hatten. Der Altersdurchschnitt aller 45 Bredstedter Musiker lag bei knapp über 16 Jahren. Allerdings waren nur elf Musiker 18 Jahre oder älter. Die restlichen 34 hatten einen Altersdurchschnitt von 12,2 Jahren. Damit war die ser „Kindergarten" der mit Abstand jüngste Verein bei dieser Meisterschaft. In den anderen Vereinen gab es nur vereinzelt Jugendliche. Kinder im Alter vonneun bis zwölf Jahren, bei den Bredstedtern der Hauptanteil, suchte man vergebens.
Das Ziel, unter die ersten zehn zu kommen, wurde klar erreicht. Dennoch: Der siebte Platz war für einige zunächst eine Enttäuschung, zumal sie beim Wettbewerb in Würzburg noch zweite geworden waren. Nachdem aber immer mehr Glückwünsche von den besser platzierten Vereinen kamen, wurde auch den Neulingen klar, dass es eine absolut außergewöhnlich Leistung war, mit diesen jungen Musikern überhaupt bei einer deutschen Meisterschaft teil zu nehmen.
Ein kleines Sahnehäubchen gab es dann aber doch noch obendrauf. In der Konzeitwertung der Rasteder Musiktage, an die die deutsche Meisterschaft angehängt war, holten die Bredstedter einen Sieg, und Janine Bonn, die musikalische Leiterin und Dirigentin, wurde als beste Dirigentin in der Konzertklasse der Spielmannzüge ausgezeichnet. Klotzke: „Damit war dann endgültig für alle die Welt wieder in Ordnung!"
In diesem Jahr gibt es jetzt noch ein ganz wichtiges Datum im Terminkalen der der jungen Musiker. Die Verteidigung des Landesmeistertitels Anfang September beim Landesmusikfest des Musikerverbandes Schleswig Holstein in Bad Schwartau. Deshalb wird auch in den Ferien weiter geprobt. Aber auch ein kleines Zeltlager und andere Freizeitaktivitäten stehen auf dem Programm, „denn der Spaß muss auch weiterhin im Vordergrund stehen", betont der Vorsitzende. hn
