Deutsche Meisterschaft statt Kinderfest oder Kinderfest bei der Deutschen Meisterschaft

Nach zahlreichen, intensiven und anstrengenden Proben nahmen wir vom 03. bis 04. Juli an den Rasteder Musiktagen und der Deutschen Meisterschaft in der Konzertwertung teil. Das Bredstedter Kinderfest konnten wir in diesem Jahr erstmalig nicht begleiten. Dabei wurde der Spielmannszug ursprünglich extra zu diesem Zweck 1924 ins Leben gerufen. Würdig vertreten haben uns allerdings unsere „Oldies“. Herzlichen Dank!

 Ein Wochenende zuvor probten wir noch einmal mit unserem Lieblingsdozenten Dietmar Späthe, der unseren Wertungsstücken den letzten Schliff verpasste und uns mit einem guten Gefühl nach Rastede fahren ließ. An dieser Stelle einen dicken Schmatzer an Dietmar! Du hast uns wahnsinnig toll unterstützt!.

Da unsere Wertungen beide am Sonntag stattfinden sollten, konnten wir uns in Ruhe und noch entspannt am Samstag Vormittag auf den Weg nach Rastede machen.  Naja, das gilt zumindest für fast alle... Rollo, Sarah und ich (immerhin zwei Stunden früher losgefahren) zerschmolzen bei 36 Grad ohne Klimaanlage in unserem „Shuttlebus“. Ziemlich kaputt in Rastede angekommen machte Rollo sich gleich, Beamer, Laptop und Leinwand im Gepäck, auf die Suche nach einem DVBT- Signal, denn  auf das Fußballspiel der Nationalmannschaft gegen Argentinien wollte niemand so recht verzichten. Leider war Rollos Mühe vergebens. Doch auch die Rasteder hatten mitgedacht und so wurde das Spiel am Ort der Konzertwertungen ebenfalls über eine Leinwand übertragen.  Thekla und ich nutzten die Zeit, um uns einige Konkurrenten und die Bühne anzusehen.

Der Abend klang langsam aus und da alle von der Busfahrt und den für uns doch ungewöhnlich hohen Temperaturen sehr müde waren, kehrte schnell Ruhe ein. Das war auch gut, denn am Sonntag klingelten bereits um 6 Uhr! die Wecker. Glücklicherweise waren mehr als ausreichend viele Duschen und Spiegel! vorhanden. Das kennen wir auch anders... Nach einem gemeinsamen Frühstück schlüpften alle in die Uniformen und machten sich auf den Weg zur nahegelegenen Schule, in der die Konzertwertungen für die Deutschen Meisterschaften stattfanden. So langsam war die Anspannung deutlich zu spüren. Alle Instrumente aufgebaut, mussten wir noch eine Weile warten, bis der Einspielraum frei wurde. Mir rutsche nun auch das Herz in die Hose. Was hatte Dietmar gesagt? Ruhig bleiben, Ruhe ausstrahlen, lächeln. Gar nicht so einfach... Wir spielten noch einmal die wichtigsten Stellen an: Anja tief in die Augen schauen, Tempo halten, Freezemob, Fanfare spielen, Fischmate, Bob-di-bob... alles klar – läuft! Nach dem Einstimmen der Flöten, das sich bei der Wärme als sehr schwierig herausstellte, einer Toilettenpause und jeder Menge Traubenzucker ging es auf die Bühne, die nebenbei gesagt viiiiiiiieeeel zu klein war.

In unserer Wertung spielten wir die beiden Stücke „Lord Tullamore“ und „Lords and Ladies“. Die Atmosphäre war so gespannt, dass die Luft beinahe knisterte. Wir meisterten trotz der großen Aufregung die Situation aber sehr souverän und konnten mit unserer Leistung zufrieden sein. Auch wenn die größten Kritiker die Kinder selbst waren...

Im Anschluss hieß es, schnell die Instrumente verstauen und sich auf den Weg zur anderen Schule machen. Dort sollte unsere Wertung für die Rasteder Musiktage stattfinden. Wir stellten uns einer internationalen Jury. Die Atmosphäre war sehr viel freundlicher und entspannter und noch gefühlte 10 Grad wärmer J. Auf der Bühne klappte alles wie am Schnürchen. Es klang einfach genial und es war deutlich zu spüren, dass alle Spaß an der Darbietung hatten. Ich hatte richtig Gänsehaut. Schade, dass dies nicht die Wertung für die Deutsche Meisterschaft war...

Endlich war der Spuk vorbei und wir konnten die Freizeit genießen. Wegen der hohen Temperaturen hatten wir eine kleine Wasserschlacht geplant. Nachdem wir Stunden brauchten, um 200 Wasserbomben zu füllen, waren diese tatsächlich in 2 Minuten weg... Aber schnell wurden große und kleine Behälter jeglicher Art herbei geschleppt und die Wasserschlacht fortgesetzt. Es gab auch einige unfreiwillige Teilnehmer, oder Martina, Julian J...?

Die Schule und die Kinder wurden getrocknet und wir machten uns auf den Weg zur Siegerehrung. Diese empfand ich als sehr rasant und unpersönlich. Das mag an der Masse der Wertungen gelegen haben, an dem fehlenden Applaus, der fehlenden Aufmerksamkeit... Endlich zurück bei den anderen freuten wir uns über den hart erarbeiteten 7. Platz der Deutschen Meisterschaft und einen 1. Platz und einer Goldmedaille mit Auszeichnung bei den Rasteder Musiktagen. Wir haben Großes geleistet an diesem Wochenende. Für viele von euch war es die erste Wertung überhaupt. Wir sind ein noch sehr junges Orchester. Wir haben viele beeindruckt. Wir hatten viel Spaß und das Beste ist, wir haben tolle Musik gemacht. Ich bin soooo stolz auf euch! Wenn wir so weitermachen, müssen sich auch die Vereine, die jetzt noch vor uns sind, warm anziehen.

Nach einem schönen, geselligen Abend machten wir uns am Montag morgen wieder auf den Weg nach Hause. Es war ein tolles Wochenende. Ich freue mich bereits jetzt, mit euch nach Heikendorf und Bad Schwartau zu fahren. Und dort wird es sicher auch eine Musikerparty geben, die ihr auch besuchen dürft.

Sehr gut hat mir gefallen, dass sich so viele Eltern beteiligt haben. Es ist schön, ein paar Fans und Betreuung vor Ort zu haben. Vielleicht sehen wir uns ja in Heikendorf wieder. Das ist ja bei uns in der Nähe.

 Janine